Jičín / Schlachtfeld des Preussisch-österreichischen Krieges 1866
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Die Schlacht bei Jičín war eine der blutigsten Schlachten des Krieges von 1866. 

WIR EMPFEHLEN: 

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  • DENKMAL GEFALLENER ÖSTERREICHISCHER UND SÄCHSISCHER SOLDATEN
  • ST.-PETER-KAPELLE (OSSARIUM IN KBELNICE)
  • SANDSTEINFELSENSTADT PRACHOVSKÉ SKÁLY
  • DENKMALSCHUTZGEBIET ŽELEZNICE

Wenn wir die Ursachen des Kriegsgetümmels in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kurz skizzieren sollen, müssen wir ins Jahr 1815 zurückkehren. Damals wurde der sog. Deutsche Bund auf dem Wiener Kongress ins Leben gerufen. Er setzte sich aus 35 Fürstenstaaten und 4 freien Städten zusammen. Der Bund ersetzte das aufgelöste Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Obwohl Österreich den Vorsitz hatte, fingen in der Hälfte des 19. Jahrhunderts erste Versuche an, Deutschland ohne Österreich zu vereinigen.

Nach Antritt vom Ministerpräsident Otto von Bismarck im Jahre 1862 fuhr Preuβen fort seine Bedingungen gegen Österreich zu deklarieren. Nach dem kurzen Krieg des Deutschen Bundes gegen Dänemark im Jahre 1864, in dem der Zwist um das Gebiet von Schleswig und Holstein vorerst gelöst wurde, wurde der nächste Streit um dieses Gebiet der letzte Tropfen zur Kriegserklärung. Als preuβische Truppen am 7. 6. 1866 Holstein betraten, beantragte Österreich beim Bundestag die Mobilisierung von Bundestruppen gegen Preuβen. Das trat dann aus dem Deutschen Bund aus. Neun Tage später marschierten preuβische Truppen in Hannover, Sachsen und Hessen ein und einen Tag später reagierte Österreich mit der Kriegserklärung an Preuβen.

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In preuβischen Plänen sollte Jičín eine wichtige Rolle spielen. Preuβische Truppen, die in Böhmen gleich aus 3 Richtungen einmarschieren sollten, verbanden sich gerade bei Jičín gegen die österreichische Nordarmee. Diese näherte sich Jičín von Olomouc, aber viele einzeln kämpfende Heerestruppen erlitten Niederlagen und zogen sich in die Nähe von Königgrätz, den heutigen Hradec Králové, zurück. Am 29. Juni 1866 stieβen Divisionen der preuβischen Armee mit dem I. österreichischen Armeekorps und dem sächsischen Armeekorps im Gebiet zwischen den Gemeinden Železnice, Kněžnice und über das Gebiet der Prachauer Felsen bis zu Ostružno, nördlich von Jičín zusammen.

Die Schlacht bei Jičín war eine der blutigsten Schlachten des Krieges von 1866. Auf der Seite Österreichs fielen fast 5000 Männer, auf preuβischer Seite ca. 1500. Österreicher und Sachsen zogen sich nach der Niederlage bei Jičín in die Nähe von Königgrätz zurück, wo die preuβischen Truppen am 3. Juli wieder einen Sieg feierten.

Der Krieg wurde am 23.August 1866 in Prag mit der Unterschrift des Friedenvertrags beendet.