Jičín / Reliquiar der heiligen Sekundina
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In der verglasten Mensa des rechten Altars des heiligen Franziskus Xaverius sehen Sie das wertvolle frühbarocke Reliquiar der heiligen Sekundina, in dem die von Legenden umwobenen wundertätigen Reliquien dieser heiligen Jungfrau und römischer Märtyrerin aufbewahrt werden.  

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Die heilige Sekundina, auf Tschechisch "Druhoslava" genannt, gehört nicht zu bekannten und traditionell in Ehren gehaltenen christlichen Heiligen, sondern ist eine sog. Katakombenheilige. Unter diesem Begriff versteht man sterbliche Überreste von vermutlich frühchristlichen Märtyrern, von denen Tausende Skelette oder Körperteile im Verlauf der Neuzeit aus römischen Katakomben entnommen wurden und nach ganz Europa und Übersee gebracht wurden. Hier genossen sie groβe Achtung unter Gläubigen. 

Die Reliquien der heiligen Sekundina brachte am Anfang des 17. Jahrhundert der berühmte litauische Jesuit Mikołaj Łęczycki, auf Lateinisch Nicolaus Lancicius (1574 - 1653), aus dem Komplex der Calixtus-Katakomben in Rom und im Jahre 1650 schenkte er sie verbrieflich als ein wertvolles Geschenk dem Jesuitenkolleg in Jičín. Die Reliquien kamen nach Jičín am 14. Januar 1651, aber wegen Mangeln der Finanzen, die zur ehrwürdigen Ausstellung der Reliquien für die öffentliche Verehrung nötig gewesen wären, wurden sie die folgenden 7 Jahre in der Hauskapelle des Jesuitenkollegs aufbewahrt. Erst am 14. Juli 1658 wurden die Reliquien der heiligen Sekundina bei einer pompösen Feier aus der Allerheiligenkirche unter dem Zebín in die St.-Ignatius-Kirche in Jičín feierlich überführt.

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Anlässlich dieser triumphalen Überführung wählte die hiesige Gräfin Marie Eva aus Tiefenbach, geb. Sternberg, diese Heilige als ihre Beschützerin und gleichzeitig erklärte sie sie zur Patronin der Stadt Jičín und auch der ganzen Kumburk- Herrschaft. Damalige schriftliche Quellen beweisen, dass die Heilige auch für das Jičíner Jesuitenkolleg und sogar auch der St.-Ignatius-Kirche als Patronin galt. Die Reliquien der Heiligen wirkten zahlreiche Wunderheilungen und die heilige Sekundina wurde auch von jungen Frauen angebetet, denen sie bei Geburt half. Über die Person der Jungfrau und Märtyrerin Sekundina haben wir leider nur ein absolutes Minimum an historischen Informationen. Authentisch sollte ihr Name Sekundina sein. Die Legende, nach der Sekundina in der Zeit der Christenverfolgung vor der Stadtmauer des antiken Rom mit dem Schwert enthauptet worden wäre, kommt wahrscheinlich aus der Barockzeit und als ihre Autoren werden Jičíner Jesuiten betrachtet. Die anthropologische Forschung bewies, dass der überwiegende Teil der Reliquien einer minderjährigen Person angehört, einem Kind im Alter von 7 bis 13 Jahren. Zu den Attributen gehören Palmzweig, brennendes Herz und Schwert.